Beschreibung
Die katholische Gemeinde von Hungarian Settlement, auf Ungarisch Árpádhon, in der Nähe von Albany in Louisiana bildete sich ab Ende der 1890er Jahre. Laut den historischen Unterlagen wurden die ungarischen Einwanderer um 1896 durch Anzeigen der Charles Brakenridge Lumber Company in die Gegend gelockt, die Arbeit und die Möglichkeit zum Kauf von Land versprachen. Zu den ersten Siedlern gehörten Julius Bruskay, Tivador Zboray und Adam Mocsary, und bis 1910 zählte die Gemeinschaft bereits 65 Familien mit insgesamt 291 Personen. Die Siedler bezeichneten ihren Wohnort als „Árpádhon“, also „Árpáds Ort“, und würdigten damit die ungarische historische Tradition.
In dieser wachsenden Gemeinde wurde 1910 die katholische St.-Margit-Kirche errichtet. Laut den Unterlagen des National Register bildeten die örtlichen Katholiken eine zahlenmäßig größere Gemeinschaft als die Reformierten, weshalb sie das bedeutendste historische Kirchengebäude der Ortschaft errichteten, das 1912 geweiht wurde. Die Quelle hebt besonders hervor, dass die Kirche nach einer der Schutzpatroninnen Ungarns benannt wurde, was deutlich zeigt, dass das Gebäude von Anfang an nicht nur als religiöses, sondern auch als Symbol der ungarischen Gemeinschaft gedacht war.
Das Gebäude ist eine Kirche im Stil der Neugotik mit Holzkonstruktion. Sie hat einen basilikalen Grundriss mit einem in der Mitte emporragenden Eingangsturm, einem Glockenstock und einer Turmhaube. Das Kirchenschiff wird von schlichten, mit Brettern verkleideten Wänden begrenzt, der Altarraum endet in einer Apsis mit halbrundem Abschluss, an deren beiden Seiten sich kleinere Räume befinden. Über dem Innenraum erstreckt sich ein spitzes Holzgewölbe, im hinteren Teil befindet sich eine Empore. Besonders bemerkenswert ist die ungarische Inschrift über dem Altar: „Ehre sei Gott in der Höhe“, die auch heute noch den ungarischen Ursprung der Kirche verdeutlicht.
Im Laufe der Zeit wurden an der Kirche Veränderungen vorgenommen, doch ihr historischer Charakter blieb erhalten. Den Unterlagen zufolge wurden in den letzten Jahrzehnten die Außenwände mit einer Aluminiumverkleidung versehen, sie wurde um einen kleineren hinteren Flügel erweitert, und am Fuß des Turms wurden ein Eingangsvorbau sowie eine barrierefreie Rampe errichtet. Die ursprünglich transparenten Fenster erhielten später farbige Verglasungen. Trotz alledem kommt die Denkmalbewertung zu dem Schluss, dass Menschen aus der historischen Epoche das Gebäude auch heute noch sofort wiedererkennen würden, das heißt, es hat seine historische Integrität bewahrt.
Die Bedeutung der St.-Margit-Kirche zeigte sich nicht nur in ihrer Architektur, sondern auch im Gemeinschaftsleben. Laut der Denkmalschutzbeschreibung wird das historische Leben in Árpádhon vor allem durch die beiden erhaltenen ungarischen Kirchen repräsentiert, die katholische St.-Margit-Kirche und die ungarische presbyterianische Kirche. Diese waren nicht nur Orte der Gottesverehrung, sondern auch soziale und kulturelle Zentren der ungarischen Gemeinschaft. Der zur Kirche gehörende Gemeindesaal, der in den 1920er Jahren erbaut wurde, ist ebenfalls von historischer Bedeutung, da er zusammen mit seinem reformierten Pendant als eine Art Gemeindezentrum im Leben der Ortschaft diente.
Eine frühere ungarischsprachige Erinnerung ergänzt dies mit der Feststellung, dass die Kirche lange Zeit einer der wichtigsten Bewahrer der lokalen ungarischen katholischen Traditionen blieb. Obwohl die Messen später auf Englisch gehalten wurden und die Gemeinde nach einiger Zeit keinen ungarischen Priester mehr hatte, blieben zahlreiche ungarische Elemente erhalten: An Festtagen erklangen ungarische Lieder, die Hostienpräsenz wurde von einem ungarischen Gebet begleitet, und mit der Kirche war eine ganze Reihe religiöser und gemeinschaftlicher Bräuche verbunden. So war die St.-Margit-Kirche nicht nur das religiöse Zentrum der ungarischen Katholiken in Albany, sondern auch einer der wichtigsten Orte des gemeinschaftlichen Gedächtnisses. Den weiteren historischen Rahmen für das Fortbestehen der ungarischen Traditionen verdeutlicht auch, dass das National Register die Bedeutung der Kirche ausdrücklich mit dem lokalen ungarischen ethnischen Erbe in Verbindung bringt und den Zeitraum ihrer Bedeutung zwischen 1910 und 1941 ansetzt.
Der historische Wert der Kirche wurde offiziell anerkannt, als sie am 28. Januar 1992 in das National Register of Historic Places aufgenommen wurde. Laut der Eintragung ist das Gebäude von lokaler Bedeutung im Bereich des ethnischen Erbes und eines der wichtigsten erhaltenen Denkmäler der Geschichte der Hungarian Settlement. Daher ist die St.-Margit-Kirche heute nicht nur eine alte katholische Kirche in Louisiana, sondern auch eine herausragende historische Gedenkstätte der ungarischen Vergangenheit in Amerika.