Historisches Verzeichnis ungarischer, ungarischstämmiger und ungarischsprachiger Seelsorger im Ausland

Szent Erzsébet R. K. Egyházközség

Szent Erzsébet R. K. Egyházközség
Typ:Kirchengemeinde
Konfession:römisch-katholisch
Im jeweiligen Land gebräuchlicher Name:St. Elizabeth of Hungary Parish
Adresse:9016 Buckeye Rd.
Ort:Cleveland, OH, USA
Gründungsjahr:Gegründet 1892; die erste Kirche wurde 1893 erbaut, die zweite 1922
Gründer: Böhm Károly Róbert
Jahr der Auflösung:2023
Status nach der Auflösung / derzeitiger Status:Besteht ohne ungarische Präsenz weiter

Beschreibung

Ende des 19. Jahrhunderts strömten ungarische Einwanderer in Scharen in die sich industrialisierenden Städte der Vereinigten Staaten – darunter auch nach Cleveland –, wo sie sich in der Hoffnung auf ein besseres Leben vor allem im östlichen Teil der Stadt niederließen. In kurzer Zeit bildeten sie eine starke, geschlossene Gemeinschaft, und schon früh entstand in ihnen der Wunsch nach einer eigenen ungarischen katholischen Gemeinde. Nach langwierigen Vorbereitungen und erfolglosen Bemühungen in Ungarn wandten sie sich schließlich an die örtliche Kirchenleitung, woraufhin 1892 Pfarrer Károly Böhm nach Cleveland kam und die Pfarrei der Heiligen Elisabeth aus dem Hause Árpád gründete. Dies war die erste ungarische katholische Pfarrei in den Vereinigten Staaten. Das schnelle Wachstum der Gemeinde machte schon bald den Bau einer Kirche notwendig. Bereits 1893 stand die erste Kirche, um die herum sich eine Schule und Gemeinschaftseinrichtungen bildeten. Die Gemeinde fungierte nicht nur als religiöses, sondern auch als kulturelles und soziales Zentrum: Sie unterhielt eine Schule, gab eine Zeitung heraus, und Pater Böhm unterstützte durch seine Missionsarbeit auch die ungarischen Katholiken in anderen amerikanischen Städten. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war die Gemeinde so stark gewachsen, dass mit dem Bau einer neuen, größeren Kirche begonnen wurde, die schließlich 1922 fertiggestellt wurde und bis heute als monumentales Gebäude steht. Die Geschichte der Kirche und der Gemeinde war eng mit dem Schicksal der ungarischen Gemeinschaft in Amerika verflochten. Zwischen den beiden Weltkriegen blühte die Gemeinde mit einer beträchtlichen Zahl von Gläubigen, einer Schule und einem regen Vereinsleben. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, insbesondere ab den 1960er Jahren, ging die Zahl der Gemeindemitglieder jedoch aufgrund des wirtschaftlichen Niedergangs des Stadtteils und der Abwanderung der ungarischen Bevölkerung allmählich zurück. Dennoch behielt die Kirche ihre Rolle als eines der letzten Zentren der ungarischen Gemeinschaft in Cleveland bei. Trotz des langen Niedergangsprozesses blieb die Gemeinschaft bestehen, teilweise dank neuer Einwanderer – insbesondere derjenigen, die nach dem Systemwechsel in Mitteleuropa ankamen –, die der Pfarrei neues Leben einhauchten. Die Kirche wurde kontinuierlich renoviert und erfüllte neben dem religiösen Leben auch kulturelle und gemeinschaftliche Funktionen. In den letzten Jahrzehnten hat sich der Betrieb der Kirche an die veränderten Umstände angepasst. Aufgrund des Rückgangs der Gläubigenzahlen und kirchlicher Umstrukturierungen knüpfte die Pfarrei Kontakte zu anderen Gemeinden, und es kam zu gewissen organisatorischen Zusammenschlüssen. In den 2010er Jahren und auch danach fanden regelmäßig Messen in ungarischer und englischer Sprache statt, außerdem gab es Übertragungen und Gemeinschaftsveranstaltungen, was zeigt, dass die Kirche weiterhin ein aktives religiöses Zentrum blieb. Eine herausragende neue Entwicklung der jüngsten Zeit ist, dass die Kirche im Jahr 2023 offiziell zum Wallfahrtsort (Shrine) erklärt wurde. Diese Entscheidung verlieh dem Gebäude eine neue Rolle: Es wurde zu einem Zentrum der traditionellen katholischen Liturgie (Tridentinische Messe), und der Betrieb wurde von einer internationalen Priestergemeinschaft übernommen. Dies bedeutet eine Art Erneuerung und eine neue Funktion für die historische Kirche, was jedoch gleichzeitig das Ende der ungarischen Präsenz bedeutete. Insgesamt zeichnet die Geschichte der St.-Elisabeth-Kirche in Cleveland den Bogen von ungarischer Einwanderung, Gemeinschaftsbildung, Niedergang und Erneuerung nach. Die Ende des 19. Jahrhunderts gegründete Gemeinde entwickelte sich zu einer der wichtigsten Institutionen der ungarischen Gemeinschaft in Amerika, schwächte sich dann infolge der gesellschaftlichen Veränderungen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ab, verschwand jedoch nicht. Heute fungiert sie in einer neuen Rolle als historisches und spirituelles Zentrum weiter und bewahrt damit ihr mehr als hundertjähriges Erbe.

Weitere Informationen

Derzeit wird sie von einer traditionalistischen Gemeinschaft (dem Souveränen Priesterinstitut „Christus König“) genutzt.

Bilder

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Verknüpfte Personen

Quellen

  • Miklósházy:2008 — A tengerentúli emigráns magyar katolikus egyházi közösségek története Észak- és Dél-Amerikában, valamint Ausztráliában, 1–5. Összeáll. Miklósházy Attila, sajtó alá rend. Ligeti Angelus, Kiss G. Barnabás, Szent István Társulat, Budapest, 2008.
  • https://www.stelizabethcleveland.org/hu/szent-erzsebet-egyhazkozseg-rovid-tortenete/
  • https://clevelandimagyarokert.org/egy-latin-misekozosseg-bekoltozott-a-szent-erzsebet-templomba-ezutan-osszetortek-a-tortenelmi-vatikani-zsinat-oltarat/

Zitierempfehlung

Szent Erzsébet R. K. Egyházközség. In: Verzeichnis der Seelsorger in der Diaspora. Verfügbar unter: https://www.diaszporalelkipasztorok.hu/institutions/view.php?id=2 (abgerufen am: 2026-07-07).