Historisches Verzeichnis ungarischer, ungarischstämmiger und ungarischsprachiger Seelsorger im Ausland

Máriapócsi Bazilita Atyák Közössége

Máriapócsi Bazilita Atyák Közössége
Typ:Institution
Im jeweiligen Land gebräuchlicher Name:Basilian Fathers of Mariapocs
Adresse:360 Monastery Lane
Ort:Matawan, NJ, USA
Gründungsjahr:1963
Gründer: Rakaczky Bazil , Skinta István , Erdei János József
Jahr der Auflösung:2010

Beschreibung

Der Basilianerorden – eine nach der Regel des heiligen Basilius des Großen lebende Ordensgemeinschaft byzantinischen Ritus – ist eine der prägenden Institutionen der griechisch-katholischen Kirche in Ungarn, deren Zentrum sich in Máriapócs befindet. Der Orden diente den Gläubigen in Ungarn durch die Leitung des Wallfahrtsortes in Máriapócs, die Abhaltung von Exerzitien und eine breit gefächerte Seelsorgearbeit. Mitte des 20. Jahrhunderts zwangen jedoch historische Ereignisse einzelne Mitglieder des Ordens zur Emigration. 1956 verließen drei Basilianermönche – Bazil Rakaczky, István Skinta und József Erdei – Ungarn und ließen sich in den Vereinigten Staaten nieder, wo sie zunächst in verschiedenen Pfarreien Seelsorgedienste leisteten. Innerhalb kurzer Zeit schlossen sich ihnen weitere Mitbrüder an, was die Gründung einer eigenständigen Ordensgemeinschaft ermöglichte. Ein entscheidender Schritt zur Festigung der Gemeinschaft erfolgte 1963, als sie mit Unterstützung der Gläubigen eine Farm in Matawan im Bundesstaat New Jersey erwarben. Hier errichteten sie ihr klösterliches Zentrum mit dem Ziel, für die ungarischen griechisch-katholischen Gläubigen in Amerika eine Art „neues Máriapócs“ zu schaffen. Innerhalb kurzer Zeit wurden die Kirche und das Klosterhaus fertiggestellt, und die Gemeinschaft wurde immer besser organisiert. Die kirchlichen Oberhäupter genehmigten 1969 offiziell die Gemeinschaft der Basilianer von Máriapócs, was ihre Tätigkeit sowohl in rechtlicher als auch in kirchlicher Hinsicht festigte. Das Zentrum in Matawan war nicht nur Schauplatz des Ordenslebens, sondern entwickelte sich auch zu einem wichtigen spirituellen Zentrum der Diaspora. Die Basilianer organisierten das amerikanische Pendant zum Máriapócs-Wallfahrtsfest, empfingen regelmäßig Pilger und veranstalteten Sommercamps für Jugendliche, wodurch sie die religiöse und nationale Identität stärkten. Darüber hinaus betreuten sie mehrere griechisch-katholische ungarische Pfarreien, sodass ihre Tätigkeit weit über das Zentrum in Matawan hinausreichte. Die Bedeutung der Gemeinschaft zeigt sich daran, dass sie von mehreren hochrangigen kirchlichen Persönlichkeiten besucht wurde: 1973 von Kardinal József Mindszenty, 1989 von Kardinal László Paskai sowie von Bischof Attila Miklósházy, der 1992 und 1993 auch an den Feierlichkeiten zum St.-Stephans-Tag teilnahm. Aus den Einnahmen der Bingoabende wurden 1973 ein neues Gemeinschaftsgebäude und 1981 ein komplexer Kloster- und Kirchenkomplex errichtet, mit einem Gemeinschaftsraum für 100 Personen, einer Kapelle für 200 Personen, einem Pilgerhaus mit 8 Schlafzimmern und einem Speisesaal für 30 Personen. Die Leitung der Gemeinschaft übernahm zunächst Bazil Rakaczky (1964–1966), dann István Skinta (1966–1971) und ab 1971 József Erdei, der die Gemeinschaft über einen längeren Zeitraum leitete. Unter ihrer Leitung blieb die Präsenz der Basilianer stabil, doch schon damals war das allgemeine Problem der ungarisch-griechisch-katholischen Gemeinschaften in den USA spürbar: der Rückgang der Gläubigenzahlen, der Mangel an Nachwuchs und die zunehmende Assimilation. Der Prozess des Niedergangs wurde gegen Ende des 20. und zu Beginn des 21. Jahrhunderts deutlich. Der Mangel an Nachwuchsmönchen, der Rückgang der alternden Ordensmitglieder sowie die Zerstreuung der Diasporagemeinden machten die Aufrechterhaltung der Gemeinschaft nach und nach unmöglich. Die Bedeutung des Zentrums in Matawan nahm ab, die seelsorgerischen Aufgaben wurden zunehmend von anderen kirchlichen Strukturen übernommen, und auch das Pilgerleben ging zurück. Schließlich löste sich die Gemeinschaft der Basilianer von Máriapócs als eigenständige Ordensgemeinschaft auf: Der Betrieb des Klosters wurde eingestellt, die Liegenschaft und das ehemalige Zentrum verloren ihre ursprüngliche Funktion, und die Mitglieder der Gemeinschaft setzten ihren Dienst an anderen Orten fort oder zogen sich zurück. Die Gebäude der amerikanischen Basilianer in Mariapoch-Matawan wurden 2016 verkauft, und zwar nicht für kirchliche Zwecke. Die Geschichte der Basilianergemeinschaft in Matawan zeichnet somit eine besondere und doch typische Diaspora-Geschichte nach. Die nach der Revolution zur Emigration gezwungenen Ordensbrüder gründeten ein neues Zentrum, das über Jahrzehnte hinweg eine wichtige spirituelle und gemeinschaftliche Rolle im Leben der ungarischen griechisch-katholischen Gläubigen in den USA spielte. Gleichzeitig löste sich diese Gemeinschaft infolge der gesellschaftlichen und kirchlichen Veränderungen am Ende des 20. Jahrhunderts allmählich auf und lebt heute vor allem als historisches Andenken im Gedächtnis der Diaspora weiter.

Weitere Informationen

Die Gemeinde in den USA wurde aufgelöst, die Kirche wurde abgerissen.

Matawani búcsú

2003

Főcelebráns: Mustos István SP, Passaic, NJ, USA

Quellen

  • Miklósházy:2008 — A tengerentúli emigráns magyar katolikus egyházi közösségek története Észak- és Dél-Amerikában, valamint Ausztráliában, 1–5. Összeáll. Miklósházy Attila, sajtó alá rend. Ligeti Angelus, Kiss G. Barnabás, Szent István Társulat, Budapest, 2008.: 193.

Zitierempfehlung

Máriapócsi Bazilita Atyák Közössége. In: Verzeichnis der Seelsorger in der Diaspora. Verfügbar unter: https://www.diaszporalelkipasztorok.hu/institutions/view.php?id=4 (abgerufen am: 2026-07-07).