Beschreibung
Die Gründung der ungarischen katholischen Gemeinde im Bundesstaat New Jersey begann zu Beginn des 20. Jahrhunderts, als die Seelsorge für die Gläubigen zunächst von Pfarrer László Perényi aus Perth Amboy gewährleistet wurde. Die eigenständige Pfarrei wurde 1914 unter der Leitung von Pfarrer Dr. János Szabó gegründet, der innerhalb kurzer Zeit eine Holzkirche und ein Pfarrhaus errichten ließ und damit das institutionelle Leben der Gemeinde begründete. In den folgenden Jahren folgten mehrere Seelsorger aufeinander: 1920 wurde István Csáktornyái Pfarrer, anschließend betreute Rudolf Hudecz aus Woodbridge die Gläubigen zwischen 1922 und 1925.
Den ersten großen Einschnitt in der Geschichte der Gemeinde stellte der Brand von 1925 dar, bei dem die Holzkirche niederbrannte. Der Wiederaufbau ist mit dem Namen József Szabó verbunden, der eine neue Kirche errichtete und damit den Fortbestand der Pfarrei sicherte. Unter László Csányi, der 1928 ernannt wurde, stabilisierte sich die Gemeinde nicht nur, sondern erlebte auch eine bedeutende gemeinschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung. Nacheinander entstanden verschiedene Vereine: der Kreis der katholischen Männer, der Jugendclub St. Jakob, der Mütterkreis und der Mädchenclub St. Elisabeth, die neben dem religiösen Leben auch die ungarische Gemeinschaftsidentität stärkten.
Mitte der 1930er Jahre leitete Gyula Kiss für kurze Zeit die Pfarrei, dann folgte erneut László Csányi, doch der eigentliche organisatorische Aufschwung begann 1937 mit der Ankunft des Franziskanermönchs P. Márk Hajós. Seine Aufgabe bestand zunächst darin, die Schulden zu begleichen, doch seine Tätigkeit ging weit darüber hinaus. Er leistete umfassende gemeindefördernde Arbeit: Er lud die Schwestern der „Töchter der göttlichen Liebe“ ein, den Unterricht zu organisieren, und gründete zahlreiche religiöse und gesellschaftliche Vereinigungen, darunter die „Gesellschaft des Heiligen Namens“, die „Marienkongregation“, die Glaubensbildungsbewegung, den „Sankt-Cecilia-Chor“, die Pfadfinderbewegung und den „Kreis junger Ehepaare“. Die Intensität des Gemeindelebens zeigt sich darin, dass sonntags drei Messen gefeiert wurden, von denen eine bereits in englischer Sprache stattfand, was den allmählichen sprachlichen und sozialen Wandel der Gemeinde widerspiegelte.
Nach dem Zweiten Weltkrieg brachte Antal Hubers siebzehnjähriger Dienst als Pfarrer (1946–1964) relative Stabilität, woraufhin János Chonkó die Leitung übernahm. In den folgenden Jahrzehnten setzte jedoch – ähnlich wie in den meisten ungarischen Kirchengemeinden in den USA – auch hier ein langsamer Niedergang ein: Die Zahl der Gläubigen ging zurück, der Gebrauch der ungarischen Sprache wurde verdrängt, und die Gemeinde verschmolz zunehmend mit der lokalen, englischsprachigen kirchlichen Struktur.
Die Entwicklungen der letzten Jahrzehnte haben diesen Prozess endgültig besiegelt. Im Jahr 2010 wurde die Kirchengemeinde in die Pfarrei der Göttlichen Barmherzigkeit eingegliedert, was das institutionelle Ende des ungarischen ethnischen Charakters bedeutete. Das Kirchengebäude blieb noch eine Weile bestehen, wurde aber schließlich 2018 an die Stadt verkauft, wodurch das ehemalige Zentrum der Gemeinde seine ursprüngliche Funktion verlor.
Die Geschichte der Kirchengemeinde zeichnet somit einen klar erkennbaren Bogen: Die von den Einwanderern gegründete und aufgebaute Institution blühte zwischen den beiden Weltkriegen auf, wandelte sich dann in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts allmählich und schwächte sich ab, bis sie schließlich zu Beginn des 21. Jahrhunderts als eigenständige Pfarrei aufhörte zu bestehen. Die jüngsten Entwicklungen handeln nicht mehr von der Erneuerung der Gemeinschaft, sondern von ihrem historischen Ende: Die ehemalige ungarische Kirche ist heute eher ein Ort der Erinnerung an eine einst lebendige und bedeutende Diaspora-Gemeinschaft.