Lukács Bakranin SJ war ein aus Dalmatien stammender Jesuitenmönch, den auch die ungarische Jesuiten-Tradition als einen der ihren betrachtete. Genaue Angaben zu seinem Leben sind nur bruchstückhaft überliefert; die Quellen datieren seinen Tod auf etwa 1727.
Er bereitete sich auf den Missionsdienst in den spanischen Kolonien vor, doch eine plötzlich auftretende schwere Krankheit verhinderte seine Reise. Seine Zeitgenossen erinnerten sich besonders an seine geduldige Ertragen der Leiden und seine tiefe Frömmigkeit: „Vor einigen Tagen, am 4. Juli, hat P. Bakranin Lukács nach einer schmerzhaften Krankheit, die er mit wunderbarer Geduld und großer Standhaftigkeit ertrug, das vergängliche Leben gegen das ewige eingetauscht. Seinen Tod betrauern die spanischen Jesuiten und seine indianischen [amerikanischen] Vertreter. Umso bitterer trauern sie, je mehr sie ihn liebten und schätzten, sowohl wegen seines vorbildlichen Verhaltens als auch wegen seines hervorragenden Wissens. Denn als er einmal zu theologischen Schuldebatten eingeladen wurde, trug er seine Einwände so brillant vor und erläuterte sie so überzeugend, dass die spanischen Professoren zugeben mussten, dieser Ungar habe sie aus einem tief in ihnen verwurzelten Irrglauben befreit. Bis dahin hatten sie nämlich geglaubt, dass die spekulativen Wissenschaften außerhalb Spaniens entweder gering geschätzt oder nicht ernsthaft betrieben würden.“ (Tihamér Lacza)
Der jesuitischen Tradition entsprechend verfügte er über eine hervorragende Ausbildung in Philosophie und Theologie. In einer theologischen Debatte argumentierte er so erfolgreich, dass selbst spanische Professoren sein Wissen anerkennend lobten.