Temesvár, Rumänien, derzeit Timișoara — 26. November 1921
Begräbnisort:
Calvary Cemetery
East Los Angeles, CA, USA
Weiterer verwendeter Name:
Lányi
Biographische Daten
Mátyás Láni, römisch-katholischer Priester, Seelsorger der Diözese Csanád, Gründer und erster Pfarrer der ungarischen katholischen Gemeinde in Los Angeles. Er war eine der bedeutendsten Persönlichkeiten der ungarisch-katholischen Seelsorge an der Westküste und stand fast drei Jahrzehnte lang im Dienst der ungarischen Gemeinschaft in Südkalifornien. Neben seiner pastoralen Arbeit leistete er herausragende Beiträge zur Kirchenmusik und spielte eine wichtige Rolle bei der ungarischen Hilfs- und Flüchtlingsarbeit während des Zweiten Weltkriegs und in den darauf folgenden Jahren.
Am 26. November 1921 wurde er in Temesvár zum Priester geweiht. Seinen priesterlichen Dienst begann er im Bistum Csanád: Von 1921 bis 1922 war er in Bakóvar (Bacova) tätig, 1923 in Temesrékás (Recaș) als Hilfspfarrer tätig, anschließend von 1924 bis 1925 in Versec, das zum Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen gehörte (heute Vršac, Serbien) als Pfarrer tätig.
1926 wanderte er in die Vereinigten Staaten aus, wo er zunächst in der ungarischen St.-Stephans-Pfarrei in Bridgeport, Connecticut, seinen Dienst versah. Zwei Jahre später ging er auf Einladung von Bischof Michael J. Cantwell aus Los Angeles nach Kalifornien, um dort eine eigenständige Pfarrei für die dort lebenden ungarischen Katholiken aufzubauen.
1928 kam er nach Los Angeles, wo er die römisch-katholische Pfarrei St. Stephan gründete. Die ersten Messen in ungarischer Sprache hielt er in einer polnischen Kirche ab, anschließend organisierte er den Religionsunterricht und die Sommerschule für ungarische Kinder. Als Ergebnis seiner unermüdlichen organisatorischen Arbeit wurde 1930 ein Grundstück erworben, und noch im selben Jahr wurden die Kirche, das Pfarrhaus und der Gemeindesaal errichtet. Die von ihm geleitete Pfarrei brachte nicht nur die Ungarn zusammen, sondern übernahm auch eine Rolle bei der Seelsorge für die Deutschen in der Banat-Region und die spanischsprachigen Katholiken in der Umgebung.
Mátyás Láni war zudem ein hervorragender Kirchenmusiker. Nach seiner Ankunft in Los Angeles wurde er Musiklehrer an der St.-Vibiana-Kathedrale und 1942 zum offiziellen Chorleiter der Kathedrale ernannt. Er stellte sein musikalisches Wissen auch in den Dienst der ungarischen Gemeinde: Er organisierte und leitete den Kirchenchor der Gemeinde und wurde zu einer prägenden Persönlichkeit im Gemeindeleben. Im Festsaal wurden regelmäßig ungarische Theateraufführungen und Operetten inszeniert, die eine wichtige Rolle bei der Bewahrung der ungarischen Identität spielten.
Während seiner Zeit als Pfarrer entwickelte sich die ungarische Gemeinde in Los Angeles zu einem der bedeutendsten Zentren der ungarischen Gemeinschaft an der Westküste der USA. Die Gemeinde wurde auch von mehreren ungarischen Geistlichen besucht: 1933 hielten die Dominikanermönche Kornél Böhle und Bertalan Badalik Exerzitien ab, und 1937 besuchte sie der Bischof von Székesfehérvár, Lajos Shvoy.
Während des Zweiten Weltkriegs wurde die Pfarrei zu einem wichtigen humanitären Zentrum. 1944 wurde hier die „Amerikanische Ungarische Hilfsaktion“ gegründet, die Geld und Hilfsgüter im Wert von fast einer Viertelmillion Dollar nach Ungarn schickte. Nach dem Krieg spielte die Pfarrei auch eine bedeutende Rolle bei der Aufnahme und Unterstützung ungarischer Flüchtlinge, die aus europäischen Flüchtlingslagern kamen. Bis 1953 gehörten bereits etwa vierhundert ungarische katholische Familien zur Gemeinde in Los Angeles.
Auch in anderen Bereichen spielte sie eine wichtige Rolle bei der Organisation des kirchlichen Lebens der ungarischen Emigranten. Als 1949 die ersten ungarischen Piaristen in Nordamerika eintrafen, wurden sie in Los Angeles von Mátyás Láni empfangen und unterstützt. Um die neu gegründete Gemeinschaft herum entstand auch ein Noviziat, das später zu einem Ausgangspunkt der ungarisch-amerikanischen Piaristenmission wurde.
Mátyás Láni verstarb am 19. November 1954 in Los Angeles nach 26 Jahren ununterbrochenem Dienst. Er wurde auf dem Calvary Cemetery in East Los Angeles beigesetzt. Nach seinem Tod übernahmen englischsprachige Pfarrer die Leitung der Gemeinde, während den ungarischen Seelsorgedienst József Nagy, Achilles Edelényi, Vendel Semjén, József Laczkovits, Gergely Dénes, Patrik Dalos, János Zsurkai und Endre Szigeti fortgesetzt.