Veszprém, Österreich-Ungarische Monarchie, derzeit Ungarn — 29. Juni 1911
Weiterer verwendeter Name:
隆其化.
Biographische Daten
Sein chinesischer Name: 隆其化.
Er wurde in Kleken im Komitat Torontál – dem späteren Bégafő – geboren. Seine Berufung zum Priesteramt zeigte sich bereits in jungen Jahren, doch das Besondere an seinem Lebensweg ist, dass er sich als geweihtem Priester der Gesellschaft Jesu anschloss. Nach Abschluss seiner Gymnasialausbildung wurde er in das Priesterseminar der Diözese Veszprém aufgenommen; nach Beendigung seiner theologischen Ausbildung wurde er am 29. Juni 1911 von Károly Hornig, dem Bischof von Veszprém, zum Priester geweiht. Ein Jahr lang war er als Kaplan tätig, entschied sich danach jedoch für das Ordensleben und trat 1912 in Nagyszombat in den Jesuitenorden ein.
Seine Ordensoberen erkannten schon bald sein Talent und seinen Fleiß. 1913 wurde er nach Innsbruck entsandt, wo er zwei Schuljahre lang seine philosophischen Studien vertiefte. Nach seiner Rückkehr unterrichtete er ab 1915 Latein und Ungarisch am Jesuiten-Gymnasium in Pécs und setzte im folgenden Schuljahr seine pädagogische Tätigkeit an der Ordensschule in Kalocsa fort. In den letzten Jahren des Ersten Weltkriegs und in der Zeit danach studierte er Latein und Geschichte an der Universität Budapest. Im Mittelpunkt seines wissenschaftlichen Interesses stand die Geschichte der ungarischen Jesuiten; seine Doktorarbeit verfasste er 1922 über das Leben und Werk des Jesuitenhistorikers György Pray aus dem 18. Jahrhundert. Parallel dazu unterrichtete er nach einem Jahr theologischer Wiederholungskurse erneut in Kalocsa, nun als Geschichtslehrer.
Ein Wendepunkt in seinem Leben war das dritte Probejahr, das er 1922–1923 absolvierte. Zu dieser Zeit entstand die China-Mission der ungarischen Jesuitenprovinz, der er sich anschließen wollte. Seine Bewerbung wurde angenommen, doch auf seine Abreise musste er noch warten. Nach einem weiteren Jahr als Lehrer in Pécs machte er sich 1924 auf den Weg, wurde jedoch als erste Station nicht nach China, sondern in die Vereinigten Staaten entsandt. Seine Aufgabe bestand darin, Unterstützung und finanzielle Mittel für die im Aufbau befindliche Mission zu beschaffen. Während seines Aufenthalts in den USA beteiligte er sich auch an der Seelsorge für die dortigen ungarischen katholischen Gemeinden.
Nach langen Vorbereitungen traf er am 26. September 1926 in China ein. Zusammen mit zwei ungarischen Mitbrüdern begann er in Tientsin mit dem Erlernen der chinesischen Sprache, das er später in Taming abschloss. Nach den ersten Jahren der Missionstätigkeit auf dem Land wurde er 1933 nach Pujang versetzt, wo er als Dekan und Missionsleiter tätig war. In den folgenden einundzwanzig Jahren entwickelte er sich zu einer der prägenden kirchlichen Persönlichkeiten der Region. Er übernahm zahlreiche Führungsaufgaben, leitete unter anderem ein Waisenhaus für Mädchen und erlangte in der lokalen Gesellschaft großes Ansehen. Während einer verheerenden Überschwemmung beauftragten ihn die zivilen Behörden mit der Verteilung von Hilfsgütern, was deutlich zeigt, welches Vertrauen ihm entgegengebracht wurde. In den Jahren der japanischen Besatzung versuchte die Besatzungsmacht mehrfach, ihn zu einem Engagement im öffentlichen Leben zu bewegen, doch er hielt sich konsequent aus der Politik heraus.
Die kommunistische Machtübernahme brachte für ihn jedoch schwere Prüfungen mit sich. Er wurde lange Zeit unter Hausarrest gestellt, während sich die Handlungsmöglichkeiten der katholischen Kirche immer weiter einschränkten. In dieser schwierigen Zeit erhob der Heilige Stuhl das Gebiet der ungarischen Jesuitenmission in Taming zum Diözesanrang und ernannte ihn am 9. Juli 1947 zum apostolischen Administrator. Trotz der Einschränkungen organisierte und leitete er das kirchliche Leben bis zu seiner Ausweisung weiterhin erfolgreich.
Im November 1954 verlegte er den Mittelpunkt seiner Tätigkeit nach Taiwan. Im folgenden Jahr begann er in Potzu mit dem Aufbau seiner neuen Mission. Zusammen mit drei ungarischen Jesuitenpatres, zwei Ordensbrüdern und mehreren chinesischen Priestern baute er in kurzer Zeit eine blühende Gemeinschaft auf, die den Grundstein für eine neue Ära der chinesischen Mission legte. Auch die letzten Jahre seines Lebens widmete er der Missionsarbeit. Nach mehr als einem halben Jahrhundert priesterlichen und ordenslichen Dienstes verstarb er 1972 und hinterließ eines der bedeutendsten Lebenswerke der ungarischen Jesuitenmission.
Dienstorte im Heimatland
Von
Bis
Ort i
Aktueller Name, Land i
Kirche / Institution
Funktion
1911
1912
Noszlop, Österreich-Ungarische Monarchie
Ungarn
Hilfspfarrer
1915
Pécs, Österreich-Ungarische Monarchie
Ungarn
Latein- und Ungarischlehrer
1916
Kalocsa, Österreich-Ungarische Monarchie
Ungarn
Lehrer
1917
1920
Budapest, Österreich-Ungarische Monarchie
Ungarn
Pázmány Péter Tudományegyetem
Latein- und Geschichtsstudium, Promotionsstudium
1921
Ungarn
Vertiefung seiner theologischen Kenntnisse
1922
Kalocsa, Ungarn
Geschichtslehrer
1923
Ungarn
Terz
1924
Pécs, Ungarn
Lehrer
Dienstorte im Ausland
Von
Bis
Ort
Aktueller Name, Land
Kirche / Institution
Funktion
1913
1915
Innsbruck, Österreich
philosophische Studien
1924
1926
New York, NY, USA
Missionar, ungarischer Pfarrer
1926
1933
Tientsin, Kína
Tiencsin (天津市)
Missionar
1933
1954
Pujang, Kína
Pujang (濮阳)
Dekan, Leiter eines Mädchenwaisenhauses, ab 1947 apostolischer Administrator