Derecske, Königreich Ungarn, derzeit Ungarn — 25. Januar 1935
Sterbedaten:
Hildesheim, Deutschland — 6. August 2023
Konfession:
Römisch-katholisch
Kirchlicher Status:
ordensgebunden
Diözese / Orden:
jezsuita (Societas Jesu)
Weihegrad:
Priester
Eintritt ins Ordensleben:
1953
Ewige Gelübde:
5. November 1975
Priesterweihe:
Frankfurt am Main, NSZK, derzeit Deutschland — 26. August 1963
Biographische Daten
Péter Mustó SJ ist ein ungarischer Jesuit, Seelsorger, geistlicher Begleiter und Schriftsteller. Als Mitglied der ungarischen Provinz der Gesellschaft Jesu verbrachte er einen Großteil seines Lebens in Westeuropa und Lateinamerika, wo er es vor allem als seine Berufung ansah, sich für Menschen einzusetzen, die an den Rand der Gesellschaft gedrängt wurden.
Er wurde am 25. Januar 1935 in Derecske geboren. Seine Familie floh 1944 vor der Front nach Westen, sodass er seine Gymnasialausbildung bereits in Deutschland absolvierte. Nach dem Abitur trat er 1953 in die ungarische Provinz der Gesellschaft Jesu ein. Er setzte sein Philosophie- und Theologiestudium in Frankreich und Deutschland fort und wurde 1963 zum Priester geweiht.
Zwischen 1965 und 1977 war er in München als Seelsorger für die ungarische Jugend tätig. Unter dem Einfluss des Geistes des Zweiten Vatikanischen Konzils richtete sich sein Interesse zunehmend auf Menschen anderer Glaubensrichtungen, Andersdenkende sowie auf diejenigen, die an den Rand der Wohlstandsgesellschaft gedrängt wurden. Im Mittelpunkt seiner seelsorgerischen Haltung standen die persönliche Würde des Menschen und das Erkennen der Gegenwart Gottes in der Begegnung mit dem Mitmenschen.
Zwischen 1977 und 1978 bereiste er mit dem Rucksack Lateinamerika von Mexiko bis Bolivien, um die Initiativen kirchlicher Gemeinschaften und Orden zur Unterstützung der Armen zu studieren. Anschließend lebte und arbeitete er von 1978 bis 1979 in Berlin als Arbeiterpriester und verdiente seinen Lebensunterhalt als Tellerwäscher in Restaurants. Diese Erfahrungen wurden zu einem prägenden Bestandteil seiner späteren Spiritualität.
Zwischen 1979 und 1991 leistete er Missionsdienst in Kolumbien. Als Volksmissionar und Sozialarbeiter wirkte er unter den Armen, den Straßenkindern und den an den Rand der Gesellschaft gedrängten Menschen. Anfangs arbeitete er mit den Salesianern zusammen, ließ sich dann aber in einem Armenviertel von Bogotá nieder, wo er erkannte, dass man nicht die Probleme der auf der Straße gelandeten Kinder lösen, sondern vielmehr deren Entstehung vorbeugen müsse. Zu diesem Zweck gründete er die Tagesstätte „Casa Estudio“, die der Unterstützung gefährdeter Kinder diente. Seine Erfahrungen in Südamerika verarbeitete er in mehreren Büchern, darunter in den Werken „Zwischen Hoffnung und Zweifel auf den Straßen von Bogotá“ und „Briefe aus Südamerika“.
Nach dem Systemwechsel kehrte er nach Ungarn zurück. Zunächst lebte und wirkte er in Szeged, später in Dobogókő, wo er als landesweit bekannter Seelsorger und Begleiter von Exerzitien tätig war. Er leitete regelmäßig Schweigemeditations-Exerzitien in Tahi und auch in Deutschland. In seinem spirituellen Wirken spielten das kontemplative Gebet, die innere Stille und die Vertiefung der persönlichen Beziehung zu Gott eine zentrale Rolle. Zu seinen bedeutendsten Werken zu diesem Thema gehören „Im Schweigen wird das Leben geboren. Erfahrungen mit dem inneren Gebet“, „Du liebst, was dir gehört“ und „Wo du zu Hause bist“.
2013 wurde er gemeinsam mit Ferenc Jálics SJ mit dem Ritterkreuz des Ungarischen Verdienstordens für seine herausragenden Verdienste bei der Erneuerung der ungarischen Exerzitienkultur, sowie für ihre herausragenden Verdienste bei der Verbreitung der von ihnen im Bereich der Seelsorge entwickelten Methode des kontemplativen Gebets im Inland.
Dienstorte im Heimatland
Von
Bis
Ort i
Aktueller Name, Land i
Kirche / Institution
Funktion
1992
1996
Szeged, Ungarn
Pfarrer und Hausverwalter
1996
2002
Dobogókő, Ungarn
Exerzitienleiter, derzeit Pfarrer in Szeged
2002
2008
Szeged, Ungarn
Pfarrer, von 2006 bis 2008 Hausleiter
2008
2023
Dobogókő, Ungarn
Seelsorger und Leiter von Exerzitien, anschließend im Ruhestand
Dienstorte im Ausland
Von
Bis
Ort
Aktueller Name, Land
Kirche / Institution
Funktion
1965
1977
München, NSZK
Deutschland
Jugendseelsorger
1977
1978
Bolívia
Missionar in Südamerika
1978
1979
Berlin, NSZK
Deutschland
Arbeiter (Tellerwäscher in einem Restaurant)
1979
1991
Bogota, Kolumbia
Jugend- und Arbeiterpfarrer
Literarische Tätigkeit
Remény és kétség között Bogotá utcáin, Longinus Kiadó, Szeged, 2008, Levelek Dél-Amerikából, Korda Kiadó, Kecskemét, 2009,
Csendben születik az élet. A belső ima tapasztalatairól; JTMR–L'Harmattan, Bp., 2013 (Jezsuita könyvek. Lelkiség),
Megszereted, ami a tiéd; JTMR, Bp., 2014 (Jezsuita könyvek. Lelkiség), Remény és kétség között Bogotá utcáin; 2. jav. kiad.; Jezsuita, Bp., 2015,
Mustó Péter–Hári Ildikó: Ahol otthon vagy; Jezsuita, Bp., 2017 (Jezsuita könyvek. Lelkiség); Az éltet, ami személyes; szöveg Mustó Péter, Hári Ildikó, ill. Tornay Krisztina; Jablonczay Lenke Ifjúsági Egyesület, Debrecen, 2020