Historisches Verzeichnis ungarischer, ungarischstämmiger und ungarischsprachiger Seelsorger im Ausland

Rozsály Ferenc Sch.P., Dr.

Rozsály Ferenc Sch.P., Dr.
Verstorben
Geburtsdaten:
Tövis, Österreich-Ungarische Monarchie, derzeit Teiuș, Rumänien — 10. August 1917
Sterbedaten:
Washington, DC, USA — 18. Februar 1957
Konfession:
Römisch-katholisch
Kirchlicher Status:
ordensgebunden
Diözese / Orden:
piarista (Ordo Clericorum Regularium Pauperum Matris Dei Scholarum Piarum)
Weihegrad:
Priester
Eintritt ins Ordensleben:
Vác, Königreich Ungarn, derzeit Ungarn — 27. August 1935
Ewige Gelübde:
28. August 1940
Priesterweihe:
14. Juni 1942
Begräbnisort:
Mount Olivet Cemetery
Washington, DC, USA
Weiterer verwendeter Name:
Rozsányi Ferenc
Biographische Daten
Rozsály (Rozsányi) Dr. Ferenc SP, mit Ordensnamen Piarist „Heiliger Franz von Assisi“, römisch-katholischer Priester, Altphilologe, Philosoph und Universitätsprofessor. Er wurde am 10. August in Tövis im Komitat Fehér geboren. Nach dem Gymnasium trat er am 27. August 1935 in Vác in den Piaristenorden ein. Er studierte an der Fakultät für Theologie und Geisteswissenschaften der Pázmány-Péter-Universität, wo er ein Lehramtsexamen in Latein und Griechisch ablegte und anschließend promovierte. Am 28. August 1940 legte er sein feierliches Gelübde ab und wurde am 14. Juni 1942 zum Priester geweiht. Seine Doktorarbeit mit dem Titel „Aspekte der Volkskunde bei Hippokrates“ erschien 1942 auch als eigenständiges Buch.
Zwischen 1943 und 1944 war er als Lehrer am Piaristen-Gymnasium in Debrecen tätig. Am Ende des Zweiten Weltkriegs gelangte er nach Deutschland, wo er die Seelsorge in den ungarischen Flüchtlingslagern in Bayern übernahm. Innerhalb kurzer Zeit wurde er zu einem der bekanntesten Priester der ungarischen Emigration in Westeuropa. Er besuchte regelmäßig die Flüchtlingslager, zelebrierte Messen, nahm Beichten ab, leitete Exerzitien, unterstützte die Studenten und pflegte den Kontakt zur Ungarischen Mission im Vatikan. Seine Zeitgenossen nannten ihn wegen seines legendären Geländewagens auch „den Priester mit dem roten Fuchs“, da er mit seinem Jeep fast alle ungarischen Lager in Bayern besuchte.
Neben seiner seelsorgerischen Arbeit war er auch in erheblichem Umfang als Pressevertreter tätig. Am 6. Dezember 1946 gründete er in München die Zeitung „Magyar Vándor“, deren Mitherausgeber und Verleger er wurde. Die Zeitung war eines der wichtigsten Foren der ungarischen katholischen Emigration. 1947 gründete er zudem die Zeitschrift „Katolikus Élet“, die als Organ der ungarischen katholischen Gemeinde „Patrona Hungariae“ in München erschien. Beide Zeitungen spielten eine bedeutende Rolle für den religiösen und kulturellen Zusammenhalt der ungarischen katholischen Emigranten im Westen.
1949 emigrierte er in die Vereinigten Staaten. Zunächst war er in Glendale (Kalifornien), dann in Derby (Bundesstaat New York) tätig, während er sich am Aufbau der amerikanischen ungarischen Piaristen-Gemeinschaft beteiligte. Er war einer der Wegbereiter für den Aufbau der amerikanischen Piaristenpräsenz: Zusammen mit László Irányi gründete er in Washington ein Studienhaus, das zu einem Ausgangspunkt für die spätere Tätigkeit der amerikanischen Piaristen wurde.
1955 ging er nach Washington, wo er zum Professor für Philosophie an der Catholic University of America ernannt wurde. Als Hochschullehrer betätigte er sich wissenschaftlich auf den Gebieten der Philosophie und der klassischen Bildung, während er sich weiterhin aktiv am pastoralen Leben der ungarischen katholischen Emigranten in den USA beteiligte. Seine kurze Tätigkeit in Washington wurde jedoch durch seinen unerwarteten Tod unterbrochen.
Am 18. Februar 1957 verstarb er im Alter von nur neununddreißig Jahren in Washington. Er wurde auf dem Mount Olivet Cemetery zur letzten Ruhe gebettet. Im Grabverzeichnis des Piaristenordens wird ausdrücklich erwähnt, dass er der erste ungarische Piarist war, der in Amerika verstorben ist.
Dienstorte im Heimatland
Von Bis Ort i Aktueller Name, Land i Kirche / Institution Funktion
1943 1944 Debrecen, Ungarn Piarista Gimnázium Lehrer
Dienstorte im Ausland
Von Bis Ort Aktueller Name, Land Kirche / Institution Funktion
1945 1948 München, Németország (szövetséges megszállás alatt) Deutschland Pfarrer, Redakteur
1951 circa Glendale, CA, USA
1953 1954 Derby, NY, USA Piarista rendház
1955 1957 Washington, DC, USA University of America Professor für Philosophie
Literarische Tätigkeit
A hippokratesi népismeret szempontjai, Budapest, 1942. (Palaestra Calasanctiana 41.)
1946–1949 – Magyar Vándor – társszerkesztő
1947–1949 – Katolikus Élet – kiadó
Lebenslauf
Geburt
Tövis, Österreich-Ungarische Monarchie, derzeit Teiuș, Rumänien
Eintritt ins Ordensleben
Vác, Königreich Ungarn, derzeit Ungarn
Ewige Gelübde
Priesterweihe
Dienst im Heimatland
19431944
Debrecen, Ungarn
Piarista Gimnázium
Lehrer
Dienst im Ausland
19451948
München, Németország (szövetséges megszállás alatt), derzeit Deutschland
Pfarrer, Redakteur
Dienst im Ausland
Glendale, CA, USA
Dienst im Ausland
19531954
Derby, NY, USA
Piarista rendház
Dienst im Ausland
19551957
Washington, DC, USA
University of America
Professor für Philosophie
Tod
Washington, DC, USA
Quellen
Bilder
Foto
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Zitierung dieses Eintrags
Rozsály Ferenc Sch.P., Dr.: Personendatensatz. In: Historisches Verzeichnis ungarischer, ungarischstämmiger und ungarischsprachiger Seelsorger im Ausland. Verfügbar unter: https://www.diaszporalelkipasztorok.hu/persons_v2/view.php?id=947 (abgerufen am: 2026-09-13).
Letzte Änderung: 26. Juli 2026 14:56 | Geöffnet: 8 Mal