Richárd Róth, römisch-katholischer Priester und Seelsorger der Diözese Cleveland. Er wurde 1918 in den Vereinigten Staaten zum Priester geweiht und spielte zu Beginn seiner Laufbahn eine entscheidende Rolle beim Aufbau der zweiten ungarischen römisch-katholischen Gemeinde in Cleveland, der Pfarrei „St. Margareta von Ungarn“. In der Geschichte der ungarischen katholischen Diaspora ist er vor allem als erster Verwalter der späteren St.-Margit-Pfarrei bekannt.
Er wurde am 5. Juni 1892 geboren, doch sein Geburtsort und sein familiärer Hintergrund lassen sich anhand der derzeit bekannten Quellen nicht eindeutig klären. 1918 wurde er in den Vereinigten Staaten zum Priester geweiht und trat anschließend in den Dienst der Diözese Cleveland ein. Nach Angaben der damaligen ungarischen Presse und diözesanen Quellen begann er seinen priesterlichen Dienst unter den ungarischen Gläubigen in Cleveland. Die Diözese Cleveland verfügte zu dieser Zeit bereits über eine ungarische Volkspfarrei, die St.-Elisabeth-Kirche des Hauses Árpád, doch die Zahl der ungarischen Katholiken, die im oberen Teil der Buckeye Road lebten, stieg rasch an, was die Gründung einer neuen Pfarrei erforderlich machte.
Im Jahr 1918 ernannte der Bischof von Cleveland, John P. Farrelly, Richárd Róth zum Verwalter der neu gegründeten Mission „St. Margareta von Ungarn“. Seine Aufgabe bestand darin, das seelsorgerische Leben der Gemeinde zu organisieren und die Gründung einer eigenständigen Pfarrei vorzubereiten. Die Gläubigen versammelten sich anfangs an provisorischen Orten; ihre erste Heilige Messe feierten sie am 17. August 1919 in der Kapelle des St.-Maria-Waisenhauses. Richárd Róth schuf mit seiner Arbeit die Grundlagen dafür, dass die Mission im Dezember 1921 den Status einer eigenständigen Pfarrei erhielt. Zum ersten Pfarrer der Pfarrei wurde damals Ernő Rickert ernannt, der bereits den Bau der neuen Kirche leitete.
Parallel dazu war Richárd Róth auch in der Pfarrei „St. Elisabeth des Hauses Árpád“ in Cleveland tätig. Im Diözesanverzeichnis von 1921 wird er als Mitarbeiter von Pfarrer Julius Szepessy aufgeführt, als Wohnort wird die Pfarrei an der Buckeye Road angegeben. Während seiner Amtszeit war die St.-Elisabeth-Gemeinde weiterhin das bedeutendste ungarisch-katholische Zentrum in Cleveland, während der Aufbau der St.-Margit-Pfarrei die Mutterkirche nach und nach von einem Teil der Lasten entlastete.
Ende 1921 wurde er in die Pfarrei St. Bonifatius in Cleveland versetzt. Laut der Geschichte zum hundertjährigen Jubiläum der Pfarrei war er dort vom 1. Dezember 1921 bis zum 27. Januar 1927 tätig. Aus den verfügbaren Quellen geht nicht eindeutig hervor, ob er als Hilfspfarrer oder in einer anderen priesterlichen Funktion tätig war, doch sein Name taucht durchgehend unter den Priestern der Pfarrei auf.
Über sein Leben nach 1927 sind nur wenige Angaben erhalten geblieben. Anhand der derzeit bekannten öffentlichen Quellen lassen sich weder sein weiterer Dienstort noch der Zeitpunkt seiner eventuellen Pensionierung mit absoluter Sicherheit rekonstruieren. Sicher ist, dass er weiterhin Priester der Diözese Cleveland blieb und am 19. Januar 1960 verstarb. Er wurde auf dem Calvary Cemetery in Cleveland beigesetzt, wo sich sein Grab noch heute befindet.