Kalocsa, Königreich Ungarn, derzeit Ungarn — 21. Dezember 1929
Biographische Daten
Ein in den USA geborener ungarischer römisch-katholischer Priester, der über mehrere Jahrzehnte hinweg als Seelsorger der ungarischen Dreifaltigkeitsgemeinde in East Chicago tätig war. Er wurde in Joliet im Bundesstaat Illinois in einer ungarischen Familie geboren. Er absolvierte sein Theologiestudium in Ungarn und bereitete sich in Kalocsa auf den kirchlichen Dienst vor. Am 16. Juni 1929 wurde er zum Subdiakon, am 3. November zum Diakon und schließlich am 21. Dezember 1929 zum Priester geweiht. Nach seiner Weihe kehrte er in die Vereinigten Staaten zurück, wo er in den Dienst der Diözese Fort Wayne trat. Sein erster bekannter Dienstort war East Chicago, wo er von 1930 bis 1931 als Hilfspfarrer tätig war. Anschließend wurde er nach Gary versetzt, wo er ab 1932 den pastoralen Dienst versah. Mitte der 1930er Jahre übernahm er die Leitung der ungarischen Pfarrei „Holy Trinity“ (Dreifaltigkeit) in East Chicago. Die Pfarrei gehörte zu den bedeutenden ungarischen katholischen Gemeinden, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts entstanden waren: Ihre erste Kirche ließ Benedek Rajcsányi 1906 errichten, und ihr erster ständiger Pfarrer wurde 1907 Oszkár Szilágyi OSB. Die Schule der Pfarrei wurde 1928 errichtet; der Unterricht wurde von den „Töchtern der Göttlichen Liebe“ erteilt. Während der Amtszeit von Sipos war die Pfarrei nicht nur das religiöse, sondern auch das gesellschaftliche und kulturelle Zentrum der ungarischen Bevölkerung von East Chicago. Ein 1947 erschienenes Werk zur Stadtgeschichte hat seine Tätigkeit gesondert gewürdigt. 1937 erwarb Sipos für die Kirchengemeinde ein größeres Gebäude, das nur einen Häuserblock von der Kirche entfernt lag. Das Anwesen wurde zu einem Gemeinschafts- und Freizeitraum umgebaut, der als Veranstaltungsort für Pfarreiveranstaltungen diente und gleichzeitig eine bedeutende Einnahmequelle für die Pfarrei darstellte. Seine langjährige Tätigkeit in East Chicago wird auch durch zeitgenössische weltliche Quellen belegt. Die „Hammond Times“ von 1948. Dies ist ein direkter zeitgenössischer Beweis dafür, dass er auch Ende der 1940er Jahre die ungarischen Katholiken der Umgebung aktiv betreute. Sipos war fast drei Jahrzehnte lang mit der Pfarrei „Heilige Dreifaltigkeit“ in East Chicago verbunden. Ein wesentlicher Teil seiner Amtszeit fiel in jene Zeit, als die in den Vereinigten Staaten gegründeten ungarischen Volkspfarreien noch als eigenständige Einrichtungen das religiöse Leben der ungarischen Einwanderer und ihrer Nachkommen sicherten. Seine seelsorgerische Tätigkeit diente somit auch der Erhaltung der ungarischsprachigen und kulturellen Gemeinschaft. 1962 zog er sich aus dem aktiven Pfarrdienst zurück. Nach seiner Pensionierung lebte er zunächst in Hammond, ab 1972 dann in Highland. Er blieb weiterhin der örtlichen katholischen Kirchengemeinde und der Diözese Gary verbunden. Am 28. März 1983 verstarb er in Hammond im Alter von 78 Jahren nach mehr als 53 Jahren im Priesteramt.