István Soltész (12. Januar 1880 – Chicago, Illinois, 1. Dezember 1945) war ein römisch-katholischer Priester und eine bedeutende Persönlichkeit der ungarisch-katholischen Seelsorge und des Gemeinschaftslebens in den USA. Sein Geburtsort, seine ursprüngliche Diözese und das genaue Datum seiner Priesterweihe sind bislang nicht bekannt. Er wurde 1904 oder kurz zuvor zum Priester geweiht; bereits im August 1904 war er in den Vereinigten Staaten als Kaplan in der ungarischen Pfarrei St. Elisabeth in Cleveland tätig.
Im November 1904 übernahm er die Leitung der im westlichen Teil von Cleveland gegründeten ungarischen Pfarrei St. Imre, deren Pfarrer er bis September 1911 war. Während seiner Amtszeit organisierte und registrierte er die ungarischen katholischen Familien der Umgebung und spielte eine bedeutende Rolle beim Aufbau der Einrichtungen der Pfarrei. Im Bereich der Bridge Avenue und der West 24th Street wurden Immobilien erworben, von denen eines zu einer Kirche umgebaut wurde; neben der am 22. Januar 1905 geweihten Kirche bestand auch eine ungarische Schule. Der Unterricht wurde von Ursulinen-Schwestern erteilt, und Soltész unterrichtete selbst Ungarisch, Geschichte und Geografie. Die Schule zählte innerhalb kurzer Zeit mehr als 150 Schüler.
Neben seiner pastoralen Tätigkeit engagierte er sich auch in der Organisation des ungarischen katholischen Gemeinschafts- und Presselebens. Er gründete einen Krankenhilfs- und Glaubensverein und rief 1909 die in Cleveland erscheinende ungarisch-katholische Zeitung „Haladás“ ins Leben, deren Herausgeber er bis 1912 war.
Im November 1911 berief ihn der Bischof der Diözese Cleveland, John Patrick Farrelly, an die Spitze der ungarischen Pfarrei „Szent László“ in Lorain. Seine Amtseinführung fand am 17. November 1911 statt. Die Pfarrei hatte zu dieser Zeit mit schweren internen Konflikten zu kämpfen, sodass eine seiner Aufgaben nach seiner Ernennung darin bestand, die Lage in der Gemeinde zu bereinigen. In Lorain war er bis November 1913 tätig.
Sein nächster Dienstort war Chicago. Sein genauer Dienstort im Zeitraum zwischen Ende 1913 und 1915 ist bislang nicht bekannt; ab 1915 war er jedoch als Pfarrer der römisch-katholischen ungarischen Pfarrei „Our Lady of Hungary“ in Chicago tätig. Ein 1916 herausgegebenes Jahrbuch der Diözese Chicago nennt ihn bereits als Pfarrer der Gemeinde, und auch die ungarische Presse von 1918 erwähnt ihn in dieser Funktion.
Während seiner Jahre in Chicago war er nicht nur in der Pfarrarbeit tätig, sondern auch ein aktiver Akteur im ungarischen gesellschaftlichen Leben der Stadt. Er hielt Reden und Predigten bei Feierlichkeiten ungarischer Vereine, segnete Vereins- und Nationalflaggen und arbeitete auch mit ungarischen Geistlichen anderer Konfessionen zusammen. 1927 wurde er mit dem Verdienstkreuz des Ungarischen Roten Kreuzes ausgezeichnet.
1929 trat er in den Ruhestand, blieb jedoch in Chicago und lebte dort als Pensionär weiter. Seine spätere bekannte Anschrift lautete 9228 Kimbark Avenue, Chicago. Am 1. Dezember 1945 verstarb er im Alter von 65 Jahren in Chicago.