Pecöl, Königreich Ungarn, derzeit Ungarn — 10. Juni 1926
Sterbedaten:
Latrobe, PA, USA — 1. Oktober 2013
Konfession:
Römisch-katholisch
Kirchlicher Status:
ordensgebunden
Diözese / Orden:
bencés (Ordo Sancti Benedicti)
Weihegrad:
Priester
Eintritt ins Ordensleben:
Latrobe, PA, USA — 2. Juli 1955
Saint Vincent Archabbey
Erste (zeitliche) Gelübde:
Latrobe, PA, USA — 1956
Saint Vincent Archabbey
Ewige Gelübde:
Latrobe, PA, USA — 11. Juli 1958
Saint Vincent Archabbey
Priesterweihe:
Latrobe, PA, USA — 23. Mai 1959
Saint Vincent Archabbey
Begräbnisort:
Saint Vincent Cemetery
Latrobe, PA, USA, derzeit Latrobe, PA, USA
Weiterer verwendeter Name:
Rev Sebastian A Samay
Biographische Daten
Ein aus Ungarn stammender Benediktinermönch, katholischer Priester, Philosoph und Hochschullehrer. Den größten Teil seines Lebens verbrachte er in den Vereinigten Staaten, wo er fast ein halbes Jahrhundert lang als maßgeblicher Dozent und Leiter der Saint Vincent Archabbey und des Saint Vincent College in Pennsylvania tätig war. Mit seinem wissenschaftlichen Werk leistete er vor allem einen Beitrag zur Erforschung der Philosophie, der Logik und des mittelalterlichen Denkens.
Er wurde am 10. Juni 1926 in Pecöl geboren. Seine Gymnasialausbildung absolvierte er zwischen 1937 und 1945 am Benediktiner-Gymnasium in Kőszeg. Nach dem Zweiten Weltkrieg wanderte er mit seiner Familie in die Vereinigten Staaten aus, wo er seinen Wehrdienst in der US-Armee leistete.
Nach seiner Entlassung aus dem Militärdienst studierte er Philosophie und schloss sein Studium 1954 mit einem Universitätsabschluss ab. Am 2. Juli 1955 trat er in die Benediktinergemeinschaft der Saint Vincent Archabbey in Latrobe, Pennsylvania, ein. Seine ersten Ordensgelübde legte er 1956 ab, seine feierlichen ewigen Gelübde am 11. Juli 1958.
Am 23. Mai 1959 wurde er zum Priester geweiht. Seine erste feierliche Heilige Messe zelebrierte er in der ungarischen St.-Stephans-Kirche in Passaic, was seine Verbundenheit mit der ungarisch-katholischen Gemeinde in den USA deutlich widerspiegelt.
Nach seiner Priesterweihe setzte er sein Studium fort. 1963 erwarb er den Doktortitel in Philosophie und wurde anschließend Dozent an der philosophischen Fakultät des Saint Vincent College. Über Jahrzehnte hinweg lehrte er Logik, Metaphysik, Erkenntnistheorie und mittelalterliche Philosophie. Unter seinen Studenten genoss er aufgrund seiner klaren Vortragsweise, seines strengen logischen Denkens und seiner klösterlichen Einfachheit großes Ansehen.
Im Leben des Saint Vincent College bekleidete er zahlreiche Führungsämter. Über mehrere Jahre hinweg war er Dekan der geisteswissenschaftlichen Fakultät; darüber hinaus war er als Lehrstuhlleiter und als Mitglied verschiedener Hochschulgremien tätig. Er spielte eine bedeutende Rolle bei der Weiterentwicklung des Lehrplans der Einrichtung und der Organisation des akademischen Lebens.
Sein wissenschaftliches Interesse galt vor allem Aristoteles, dem heiligen Thomas von Aquin sowie Fragen der klassischen Logik und Metaphysik. Er veröffentlichte zahlreiche wissenschaftliche Studien in philosophischen Fachzeitschriften und nahm an internationalen philosophischen Konferenzen teil. Durch seine Lehrtätigkeit trug er zur Ausbildung von Generationen von Priestern und weltlichen Intellektuellen bei.
Obwohl sein klösterliches und wissenschaftliches Wirken vollständig mit den Vereinigten Staaten verbunden war, bewahrte er stets seine ungarische Identität. Er pflegte regelmäßig Kontakt zu den ungarisch-katholischen Gemeinden in den USA, und auch im Jahrbuch „Katolikus Magyarok Vasárnapja“ wurde regelmäßig über ihn berichtet.
Er verstarb am 1. Oktober 2013 im Alter von 87 Jahren in Latrobe, Pennsylvania.
Dienstorte im Ausland
Von
Bis
Ort
Aktueller Name, Land
Kirche / Institution
Funktion
1959
2013
Latrobe, PA, USA
St. Vincent Abbey
in verschiedenen Positionen, vor allem als Hochschullehrer und Dekan
Literarische Tätigkeit
Reason Revisited: The Philosophy of Karl Jaspers. Dublin–London: Gill and Macmillan, 1971; Notre Dame: University of Notre Dame Press, 1972.
„Affectivity: The Power Base of Moral Behavior.” In: Act and Agent: Philosophical Foundations for Moral Education and Character Development. Lanham–New York: University Press of America, 1986, 71–114.
„Affectivity: The Power Base of Moral Behavior.” In: Personalist Ethics and Human Subjectivity. Washington, D.C.: The Council for Research in Values and Philosophy, 1995, 9–48.
„Affectivity: The Power Base of Moral Behavior.” In: The Imagination. Washington, D.C.: The Council for Research in Values and Philosophy, 2002/2003, 39–60.
„Scheler on Politics.” The Review of Politics, 49. évf. 4. sz. (1987), 595–598.
Silence in Benedictine Spirituality – előadás, hang- és videófelvétel, 2013.