Hódmezővásárhely-Kutaspuszta, Königreich Ungarn, derzeit Székkutas, Ungarn — 26. Dezember 1923
Sterbedaten:
Toronto, ON, Kanada — 10. März 1976
Konfession:
Römisch-katholisch
Kirchlicher Status:
ordensgebunden
Diözese / Orden:
jezsuita (Societas Jesu)
Weihegrad:
Priester
Eintritt ins Ordensleben:
Budapest, Königreich Ungarn, derzeit Ungarn — 14. August 1943
Ewige Gelübde:
2. Februar 1957
Priesterweihe:
Maastricht, Belgium — 23. August 1954
Begräbnisort:
Courtland, ON, Kanada
Weiterer verwendeter Name:
Stérling; Stréhling
Biographische Daten
János Solymár (Stréhling) SJ (Hódmezővásárhely-Kutaspuszta, 26. Dezember 1923 – Toronto, Ontario, Kanada, 10. März 1976) war Jesuit, katholischer Priester, Seelsorger der ungarischen Emigranten in Kanada und Schweden, Pfadfinderleiter und Zeitungsredakteur.
Er wurde in einer armen Kleinbauernfamilie geboren. In jungen Jahren arbeitete er als Knecht; sein Gutsherr erkannte sein Talent und ermöglichte ihm daher eine weiterführende Ausbildung. Er absolvierte die Grundschule in Hódmezővásárhely und besuchte anschließend das Jesuiten-Gymnasium in Kalocsa. Am 14. August 1943 trat er in die Gesellschaft Jesu ein. Sein Noviziat absolvierte er in Budapest, im Manréza. Zwischen 1946 und 1948 studierte er Philosophie in Szeged, verließ dann aber Ungarn aufgrund der gegen die Kirche und die Ordensgemeinschaften gerichteten Maßnahmen der kommunistischen Machthaber.
Ab 1949 war er als Magister in Büren (Belgien) tätig. Sein Theologiestudium absolvierte er zwischen 1952 und 1953 in Maastricht und wurde am 23. August 1954 zum Priester geweiht. Sein drittes Probejahr, die jesuitische Terz, absolvierte er 1956 in Mont-Laurier in Québec. Seine ewigen Gelübde legte er am 2. Februar 1957 ab.
Seinen pastoralen Dienst für die ungarische Gemeinde in Kanada begann er in Courtland: Dort wirkte er in der ungarischen Pfarrei „Szent László“ als Nachfolger von János Havas SJ. Seine Arbeit beschränkte sich nicht auf die traditionellen seelsorgerischen Aufgaben. Er inszenierte Theateraufführungen, engagierte sich für die Jugend und stellte auch sein künstlerisches und handwerkliches Talent in den Dienst der Gemeinde. Er entwarf den neben der Kirche errichteten Gedenkort für die Jungfrau von Fatima, der zum Gedenken an die Mütter angelegt wurde. Während seiner Zeit in Courtland errichtete die ungarische Gemeinde einen Sportplatz und ein Sportzentrum und richtete eine ungarische Leihbibliothek ein.
Im Dezember 1958 wurde er Pfarrer der ungarischen Pfarrei St. Stephan in Hamilton, die er bis 1966 leitete. In Hamilton wurde ein neues Pfarrhaus errichtet, und er widmete dem Gemeinschafts-, Kultur- und Jugendleben große Aufmerksamkeit. Er belebte die ungarische Schule und die Pfadfinderbewegung und gründete in Zusammenarbeit mit György Zadubán einen Chor. Eine besonders wichtige Rolle in seiner Arbeit spielte die Bewahrung der sprachlichen, kulturellen und religiösen Identität der jungen ungarischen Generation.
In der zweiten Hälfte der 1960er Jahre wurde er nach Europa versetzt und wurde Seelsorger der ungarischen Katholiken in Schweden mit Sitz in Stockholm. Über den Beginn seines Dienstes liefern die Quellen unterschiedliche Angaben: Einige nennen das Jahr 1965, andere 1967. Neben der Seelsorge für die verstreut lebenden Ungarn in Schweden war er auch in der Emigrationspresse tätig. Er war Herausgeber der Publikationen „Katolikus Értesítő“, später „Új Értesítő“ und „Isten Népe – Új Értesítő“ und wirkte 1969 auch an der Herausgabe von „Életünk“ mit.
Er pflegte eine besonders enge Verbindung zur ungarischen Pfadfinderbewegung im Ausland. Als geistlicher Leiter der im Exil tätigen ungarischen Pfadfinder nahm er an Lagern und Treffen teil, wo er neben seiner seelsorgerischen Arbeit auch Handwerkskurse leitete: Unter anderem brachte er den Jugendlichen das Schnitzen von Grabstelen und Axtgriffen bei. Er betrachtete das Pfadfindertum als wichtiges Mittel zur Weitergabe der ungarischen Sprache, Kultur und christlichen Tradition.
Am 15. September 1975 wurde er nach Kanada, nach Hamilton, zurückbeordert. Sein erneuter Dienst in Kanada war jedoch nur von kurzer Dauer: Am 10. März 1976 verstarb er im Alter von 52 Jahren in Toronto. Er starb an Magenkrebs.
Dienstorte im Ausland
Von
Bis
Ort
Aktueller Name, Land
Kirche / Institution
Funktion
1956
1958
Courtland, ON, Kanada
Szent László templom
Hilfsseelsorger
1958
1966
Hamilton, ON, Kanada
Magyarországi Szent István templom
Pfarrer
1966
1975
Stockholm, Svédország
Der ungarische katholische Seelsorger in Schweden; der geistliche Leiter der ungarischen Pfadfinder im Exil
1975
1976
Hamilton, ON, Kanada
Magyarországi Szent István templom
Pfarrer
Literarische Tätigkeit
A stockholmi Katolikus Értesítő, Új Értesítő, Isten Népe – Új Értesítő, illetve 1969-ben az Életünk szerkesztője.