Ungarischer Jesuit, Seelsorger, Leiter von Exerzitien, Autor spiritueller Texte und Medienpersönlichkeit. Er ist eine der bekanntesten Persönlichkeiten der ungarischen Jesuitenprovinz und hat neben seiner Tätigkeit als Seelsorger, Pädagoge und in öffentlichen Ämtern fast ein Jahrzehnt lang der ungarischen katholischen Gemeinde in Toronto gedient. Er war maßgeblich an der Gründung des Exerzitienhauses „Manréza“ beteiligt und ist Direktor des „Hauses des Dialogs“.
Sein Theologiestudium absolvierte er in Esztergom und anschließend in Budapest. Bereits seit seiner Gymnasialzeit, ab 1969, war er Mitglied der Gemeinschaft „Regnum Marianum“. Am 15. Juni 1974 wurde er in Budapest zum Priester geweiht. Zunächst war er als Hilfspfarrer in Bernecebaráti, Nyergesújfalu und Szécsény tätig, später in Pfarreien in Budapest.
1981 reiste er nach Belgien, wo er um Aufnahme in die Gesellschaft Jesu bat. Nach seinem Noviziat bei den Jesuiten und seiner Ordensausbildung setzte er zwischen 1982 und 1985 sein Studium in Toronto, Kanada, fort, während er gleichzeitig in ungarischen Gemeinden Seelsorge leistete und Exerzitien leitete.
Nach seiner Rückkehr wurde er zu einem der maßgeblichen Organisatoren des ungarischen Jesuitenordens. Von 1990 bis 1994 war er Mitarbeiter am Jesuitenkolleg „Szent Ignác“ in Budapest, anschließend war er ab 1990 viele Jahre lang Berater (Konsultor) der ungarischen Ordensprovinz. Zwischen 1993 und 2008 initiierte und leitete er den Aufbau des Exerzitien- und Kulturzentrums „Manréza“ in Dobogókő, das sich in kurzer Zeit zu einem der bedeutendsten katholischen Exerzitienzentren Ungarns entwickelte.
1990 wurde er Gründungsbegleiter der jesuitischen Spiritualitätsbewegung „Szív“ (Szív Szentjánosbogár), die mit ihren gemeinschaftlichen und spirituellen Programmen Tausende von Jugendlichen ansprach. Er war ebenfalls Gründungsmitglied des Verbandes der ungarischen katholischen Journalisten (MAKÚSZ), in dem er später auch das Amt des Vizepräsidenten bekleidete.
Von 1994 bis 1998 war er als Spiritual der ungarischen Militärseelsorger tätig. Von 1995 bis 1998 war er Mitglied der Ökumenischen Theologischen Kommission der Ungarischen Katholischen Bischofskonferenz. Von 1996 bis 2010 unterstützte er erneut als Provinzkonsultor die Leitung des ungarischen Jesuitenordens, und von 1990 bis 2010 war er zudem Mitglied des Kuratoriums der Stiftung „Für die Katholische Universität“.
Von 2002 bis 2007 war er als kirchlicher Assistent der Gemeinschaft des christlichen Lebens (CVX) in Ungarn tätig.
Im Jahr 2008 kehrte er erneut nach Kanada zurück, wo er Pfarrer der ungarisch-katholischen Pfarrei St. Elisabeth in Toronto wurde. Darüber hinaus koordinierte er als Leiter der „Kanadischen Ungarischen Priestervereinigung“ die ungarische Seelsorgearbeit in Kanada. Während seiner Zeit als Pfarrer legte er großen Wert auf die Erneuerung der Gemeinde, Exerzitien, die Familienseelsorge und die Einbindung der Jugend. 2013 kehrte er nach Ungarn zurück.
Nach seiner Rückkehr wurde er Direktor des „Hauses des Dialogs“ in Budapest, einem Zentrum der ungarischen Jesuiten, das den kulturellen, spirituellen und gesellschaftlichen Dialog fördert. Bis 2017 war er Ökonom seiner Ordensprovinz.
Szabolcs Sajgó hält regelmäßig Vorträge, leitet Exerzitien und tritt als Gast in Radio- und Fernsehsendungen auf. In seinen Schriften befasst er sich vor allem mit Fragen der christlichen Spiritualität, der ignatianischen Spiritualität, der zwischenmenschlichen Beziehungen, des Familienlebens und des Glaubens. In seiner pastoralen Arbeit spielen die persönliche Begleitung, die ignatianischen Exerzitien und der Aufbau christlicher Gemeinschaften eine herausragende Rolle.
Am 19. August 2021 wurde er für seinen Einsatz zur Pflege der ungarischen Kultur und deren Verbreitung jenseits der Grenzen sowie zur Förderung des interreligiösen Dialogs sowie für sein engagiertes Eintreten für verfolgte Christen mit dem Offizierskreuz des Ungarischen Verdienstordens ausgezeichnet.
Elárult látomás; Amerikai Magyar Írók, Toronto, ON, 1987
Még csak péntek este; Korda, Kecskemét, 2000
Agy, hit, számítógép; Éghajlat, Bp., 2004 (Manréza-füzetek)
It's only friday night; angolra ford. Valerie Woods; Korda, Kecskemét, 2002
Borókai Gábor–Kondor Katalin–Sajgó Szabolcs: Mennyország és pokol határain; Éghajlat, Bp., 2005 (Manréza-füzetek)
Beer Miklós–Polcz Alaine–Sajgó Szabolcs: Élet, hit, lélek; Éghajlat, Bp., 2007 (Manréza-füzetek)
Az űrön áthajolva; Korda, Kecskemét, 2007
Jókai Anna–Ternyák Csaba–Sajgó Szabolcs: Szeretet szigetek; Éghajlat, Bp., 2008 (Manréza-füzetek)
Es ist erst Freitag Abend; németre ford. Tóthné Borbély Klára; Annecto–Korda, Toronto, ON–Kecskemét, 2008
1984 és 1994 között A Szív újság szerkesztője Kanadában és Magyarországon
A Cor Unum, az Anima Una, a Barátainknak és a katalógus rendi kiadványok szerkesztése, kiadása