József Reiter SJ wurde 1696 in Győr geboren. 1712 trat er in Nagyszombat in die Gesellschaft Jesu ein. Er absolvierte einen Teil seines Ordensstudiums in Graz, unterbrach dann jedoch seine theologische Ausbildung und reiste in das Vizekönigreich Peru, wo er nach Abschluss seines Studiums zum Priester geweiht wurde. Von 1736 bis 1767 war er in der Jesuitenreduktion Santa María Magdalena de los Itonamas tätig, die zu den Mojos-Missionen gehörte, und deren Leiter er lange Zeit war. Unter seiner Leitung entwickelte sich Magdalena zu einer geordneten, wirtschaftlich gut entwickelten Missionssiedlung mit Werkstätten, Plantagen, Viehbeständen und einer reich ausgestatteten Kirche. Anfang der 1740er Jahre empfing er hier die portugiesische Entdeckungs-Expedition unter Manuel Félix de Lima. Vor den Besuchern führten die indianischen Bewohner der Mission eine militärische Vorführung durch, mit der Reiter vermutlich die Verteidigungskraft der Siedlung verdeutlichen wollte. Wegen der Aufnahme der Portugiesen wurde er später von den spanischen Behörden verwarnt. 1767 wurde er zum Vizevorsteher der Mojos-Missionen ernannt. Bei der Vertreibung der Jesuiten wurde er trotz seiner Krankheit deportiert; vermutlich starb er 1769 auf der Seereise nach Europa. Der genaue Ort und Zeitpunkt seines Todes sind nicht bekannt.
Babarczi Dóra, Magyar jezsuiták Brazíliában a 18. század közepén, doktori értekezés, Szegedi Tudományegyetem, Bölcsészettudományi Kar, Történettudományi Doktori Iskola – Modernkori program, Szeged, 2011. in: https://doktori.bibl.u-szeged.hu/id/eprint/1439/1/Babarczi_MAGYAR_JEZSUIT%C3%81K_dolgozat.pdf
Bartusz-Dobosi László: Magyar jezsuiták a XVII-XVIII. századi Latin-Amerikában, in: https://www.tavlatok.hu/83/83centenarium.htm
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