Kassa, Csehszlovákia, derzeit Košice, Slowakei — 2. Januar 1922
Sterbedaten:
Fairfield, CT, USA — 16. Juli 1988
Konfession:
Römisch-katholisch
Kirchlicher Status:
ordensgebunden
Diözese / Orden:
jezsuita (Societas Jesu)
Weihegrad:
Priester
Eintritt ins Ordensleben:
Budapest, Königreich Ungarn, derzeit Ungarn — 2. September 1940
Ewige Gelübde:
2. Februar 1960
Priesterweihe:
Zikawei, Kína, derzeit Xujiahui (徐家汇) — 10. Mai 1951
Weiterer verwendeter Name:
John S. Schmotzer
Biographische Daten
Ein ungarischer Jesuit, Missionar, Universitätsdozent und Politikwissenschaftler, der den größten Teil seines Lebens in China, Taiwan und den Vereinigten Staaten verbrachte. Er war ein engagierter Forscher und Dozent auf den Gebieten der chinesischen Missionen, der internationalen Beziehungen, des interreligiösen Dialogs und der Erinnerung an den Holocaust. Sein Lebensweg war unmittelbar von zahlreichen prägenden Ereignissen der politischen und kirchlichen Geschichte des 20. Jahrhunderts geprägt – dem Zweiten Weltkrieg, der Entstehung des kommunistischen Chinas, der Ausweisung der Missionare und dem Kalten Krieg.
Er wurde am 2. Januar 1922 in Košice geboren. Am 2. September 1940 trat er in Budapest in die Gesellschaft Jesu ein. Nach Abschluss des Noviziats begann er in Košice sein Philosophiestudium, das er aufgrund der Kriegsereignisse in Budapest fortsetzte und 1945 in Brünn abschloss. Während der Jahre des Zweiten Weltkriegs beteiligte er sich bei den Jesuiten in Košice an der Rettung verfolgter Juden und stand auch in Verbindung mit dem tschechoslowakischen Widerstand. Später erklärte er, dass die multiethnische Welt von Košice und seine persönlichen Erfahrungen mit dem Holocaust sein Denken und sein Engagement für religiöse Toleranz sein ganzes Leben lang geprägt hätten.
1947 wurde er auf Mission nach China entsandt. Er setzte sein Theologiestudium in der Nähe von Shanghai im berühmten Zentrum der Jesuiten in Zikawei (Xujiahui) fort, wo er 1951 zum Priester geweiht wurde. Kurz darauf wurde er infolge der kommunistischen Machtübernahme zu einem der Opfer der Verfolgung ausländischer Missionare: Von 1952 bis 1953 wurde er etwa neun Monate lang interniert und anschließend aus China ausgewiesen.
Nach seiner Ausweisung gelangte er nach Taiwan, wo er fast anderthalb Jahrzehnte lang als Missionar und Seelsorger tätig war. Laut dem Verzeichnis des ungarischen Jesuitenordens war er in der Diözese Hsinchu als Mitglied der katholischen Mission in Hsinchu tätig. Im Rahmen seiner Arbeit predigte er auch auf Chinesisch und beteiligte sich an der Seelsorge für die örtlichen katholischen Gemeinden.
1967 ging er in die Vereinigten Staaten, wo er als Stipendiat an der Georgetown University in Washington einen Doktortitel in Internationalen Beziehungen erwarb. Neben seinem Studium war er in der Seelsorge an der Georgetown University und in der Pfarrei Blessed Sacrament in Washington tätig. Anschließend wurde er Mitarbeiter am China Institute in Washington, wo er Forschungen zur chinesischen Gesellschaft und Politik betrieb.
1974 wurde er Dozent an der Fairfield University in Connecticut. Am Institut für Kommunikationswissenschaften unterrichtete er internationale Kommunikation, Verhandlungstechnik und Konfliktmanagement. Unter seinen Studierenden galt er als hervorragender Dozent und äußerst gebildeter Lehrer. Neben seiner Lehrtätigkeit hielt er regelmäßig Vorträge über die Geschichte der chinesischen Missionen, den Holocaust, Antisemitismus sowie Fragen des christlich-jüdischen Dialogs. Seine eigenen Kriegserfahrungen und seine Erfahrungen in China nutzte er in seinen Vorträgen auch als persönliches Zeugnis.
Am 16. Juli 1988 verstarb er in Fairfield (Connecticut) im Alter von 66 Jahren an den Folgen eines Herzinfarkts.
Dienstorte im Heimatland
Von
Bis
Ort i
Aktueller Name, Land i
Kirche / Institution
Funktion
1940
1944
Budapest, Ungarn
Noviziat
1944
1945
Kassa, Königreich Ungarn
Košice, Slowakei
philosophische Studien
Dienstorte im Ausland
Von
Bis
Ort
Aktueller Name, Land
Kirche / Institution
Funktion
1945
Brno, Csehszlovákia
Tschechien
philosophische Studien
1947
1953
Zikawei, Kína
Xujiahui (徐家汇)
Theologiestudium, Missionar
1953
Taichung (臺中市), Taiwan
Sprachwissenschaft
1956
Hsinchu (新竹市), Taiwan
Missionar
1957
1958
Jinshan (金山里), Taiwan
Fátimai Szűzanya-plébánia
Mitarbeiter
1960
1964
Hsinchu (新竹市), Taiwan
Missionar
1965
1967
Jinshan (金山里), Taiwan
Fátimai Szűzanya-plébánia
Missionar
1967
1974
Washington DC, USA
Georgetown University
Promotionsstudium (Politikwissenschaft), anschließend Mitarbeiter am China-Institut
1974
1988
Fairfield, CT, USA
Fairfield Univerity
Dozent am Lehrstuhl für Kommunikationswissenschaften und zugleich Hilfspfarrer
Literarische Tätigkeit
Önálló könyve jelenleg nem ismert, ugyanakkor rendszeresen tartott tudományos és ismeretterjesztő előadásokat a kínai missziók, a nemzetközi kapcsolatok, a holokauszt, az antiszemitizmus és a vallásközi párbeszéd témakörében, valamint egyetemi oktatóként a tárgyalástechnika és a nemzetközi kommunikáció területén is jelentős oktatói tevékenységet fejtett ki.